Fans und die neuen Könige

Das Wort „Fan“ wird von „Fanatisch“ abgeleitet. Klingt verdammt nach Wikipedia, aber denkt man darüber nach ist es der einzige Begriff der diesen Fan-kult adäquat beschreibt. Die Stars werden verehrt wie Götter, Superhelden, Sex-ikonen oder Könige. Kein Wunder, das Persönlichkeiten wie der Papst nur noch wie „ein alter Sack mit Kleid“ angesehen werden. Doch wo ist die G...
renze zum Normalen und Extremen Fan-Kult. Diese wird wohl von jedem Selber bestimmt. Es kann eine studierte Architektin in ihrer Freizeit ein Groupie von Rammstein sein. Genauso wie ein Arbeitsloser nur noch für seinen Fußballverein lebt. Der Wert des Fan- Objektes stuft jeder selber hoch ein, so dass er im normalen Fall sein Leben nebenbei weiter führen kann.
Fans in diesem Maße, gibt es schon länger. Auch Frank Sinatra (in den 40er Jahren) und Elvis Presley (in den 50er Jahren) wurde diese Aufmerksamkeit zu Teil. In gleicher Zeit trat auch das Groupie- Phänomen auf. Musterbeispiel hier ist Mick Jagger von den Rolling Stones. Keiner kann sagen wie viele Croupie´s Mick Jagger hatte, rückblickend er sicher auch nicht! Groupies sind in den meisten Fällen Frauen die starkes sexuelles Interesse an Stars haben. Man kann entweder Autogramme sammeln oder sich von seinem Idol ficken lassen! Dabei war und ist es teilweise üblich, sich über die gesamte Crew bis zu dem Star hoch zu schlafen.
Klar sind manche Fans irre! Aber wir alle sind von irgendetwas oder irgendjemanden „Fan“! Das nicht jeder gleich einen Schrein von Justin Bieber im Zimmer hat oder sich das Gesicht des Stars auf den Arsch tätowieren lässt, ist klar. Aber ein Fan ist auch jemand der sich seit zwanzig Jahren immer wieder die neusten CDs der Toten Hosen kauft. Er hat sich für diesen Geschmack entschieden und gehört somit zu einer gewissen Gruppe. Es gehört zu der Persönlichen Entwicklung und ist unersetzlich. Bedenkt man dass man sich sein ganzes Leben entwickelt, liegt es nahe das es auch Fans in jeder Altersgruppe gibt. Obwohl sicher bei Baumwollunterwäscheträger, z.B. bei den Fans der Schlagerschnulzen, ein Groupie Phänomen weniger aufdrehten wird. Wenn der Interpret anstatt mit Unterwäsche von Kathetern auf der Bühne erfasst wird, sollte es langsam aufhören. Am extremsten sind wohl immer noch die jüngeren Generationen. Die in ihrer persönlichen Entwicklung noch nicht sehr gefestigt sind. So kann man Fans von Personen in zwei Gruppen unterteilen:
- Vorbild
- Idol
„Vorbilder dienen als Vorbild“. Wie der Name schon sagt, imitieren sie diese Person mit seinem Aussehen, Verhalten und Werten. In erster Linie klingt das negativ, da man seinen Charakter selber bilden sollte. Aber sie bekommt somit eine Motivation, die teilweise auch übersteigert ist, aber mit klarem Verstand zur Wirklichkeit. Sie legt eine Richtung fest, die er mit operanten Konditionieren, später behält oder verwirft. (den Begriff konnte ich mir nicht verkneifen! „Lernen durch Erfahrung"
-Drei englische jugendliche weigerten sich die Haare zu schneiden. Der Schulleiter legte Strafarbeiten auf, schloss sie vom Unterricht aus und drohte sogar Prügel an. Doch nach drei Wochen schnitten sie sich erst die Haare, als Mick Jagger sie ebenfalls kürzte

Ein Idol ist meiner Ansicht nach noch etwas kritischer zu bewerten. Denn die Person bewegt bei seinen Fans, derart stark Emotionen, dass die Verehrung bereits irrationale ist. Sie entwickeln Phantasien und malen sich Sachen aus, die nicht existieren. Mit der Verehrung wollen sie bestimmte Umstände, die ihrer Meinung nach in ihrem Leben nicht stimmen, ausgleichen. (z.B. Beziehungen, Sozialer Stand, Familie) Im schlimmsten Fall kann der Star auch eine gottgleiche Stellung annehmen. Der in den Augen des Fans unendlich weise, glücksbringend, mystisch oder auch rein äußerlich perfekt ist. Darin findet er den Trost, ähnlich wie bei einer Weltreligion. Der Unterschied, ist das er nicht betet, sondern den MP3- Player lauter stellt.
-Nach der Auflösung der Band „Take That“ nahmen sich 4 Mädchen das Leben
Am Ende geht es um Zugehörigkeit. Menschen wollen auf der einen Seite individuell wirken, aber auf der anderen zu einer Gruppe gehören. Diese Gruppe sucht er sich nach Gleichen Interessen, Problemen und Zielen aus. Dabei kann ein Mensch mehrere Gruppen besitzen, die dann am Ende seine Soziale Identität ergeben.
Die Kelly Family + Hosenträger + Sailor Moon + Gameboy = ein Nerd ( Soziale Identität)
Soziale Identität, also die eigene Position in der Gesellschaft erkennen ist maßgebend für einen Fan. Denn er grenzt sich somit von der Familie, Kollegen oder Klassenkameraden ab und ist dennoch in einer Sozialen Gemeinschaft.
Die meisten fanatischen Anhänger eines Stars werden es gar nicht bemerken, wie übertrieben sie die Verehrung einer Person angehen. Gerade weil sie meistens in Gesellschaft von Gleichgesinnten sind. Sie schaukeln sich gegenseitig hoch und verlassen den Rahmen der Normalität. Das „Fan-sein“ wird für sie normal! Eltern stehen diesem Problem oft hilflos entgegen. Doch können sie durch die überall präsenten Medien nicht verhindern, dass ihre Kinder so werden. Die Gewinner sind wieder einmal die Psychiater. Sich ritzende Emo`s gehören heute an die Tagesordnung. Autoaggressives Verhalten beschert ihnen also den Neuen Porsche vor der Haustür. Ich denke wenn jeder etwas mehr auf seinen Gegenüber achten würde und die ersten Symptome erkennen kann. Würde es nicht nur bei den Fan Kult sondern allgemein einigen Menschen besser ergehen. Soziale Integrität kann man auch mit Familie und Freunden schaffen.

27.11.12 18:32

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